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Eben kein ganz gewöhnlicher Jude

Matthias Klösel als jüdischer Journalist Emanuel Goldfarb in Charles Lewinskys Monolog "Ein ganz gewöhnlicher Jude"

Ein außergewöhnlicher Schauspieler stellte am 10. Oktober 2012 dem Weidener Publikum Charles Lewinskys Theatermonolog "Ein ganz gewöhnlicher Jude" vor.  Das Café Mitte im Stadtteilzentrum Stockerhut war voll besetzt, als der Augsburger Schauspieler Matthias Klösel in einem fast einstündigen wütenden Monolog die Leiden eines jüdischen Zeitgenossen in Deutschland präsent und überzeugend darstellte. Eingeengt fühlt sich dieser Emanuel Goldfarb, Journalist von Beruf, eingeengt von der deutschen Betroffenheitskultur, erdrückt nicht mehr von Anti-, sondern von Philosemiten.
Klösel verlegt die Handlung des 2005 verfassten Werks nach Weiden: Der Journalist wird schrifltlich von einem Lehrer eingeladen, vor Schülern einen Vortrag über das Judentum zu halten. Allein diese Bitte löst bei Goldfarb eine intensive und schmerzliche Auseinandersetzung mit seinem Leben als Jude aus, die die Zuschauer sehr nachdenklich zurückließ. Warum heißt es immer noch "Juden in Deutschland" und nicht einfach "deutscher Jude"? - Nur eine der vielen Fragen, die in den Raum gestellt werden.
Matthias Klösel bestritt neben dem Theaterabend auch einen Vormittag vor drei 9. Klassen im Augustinus-Gymnasium.
Getragen wurden die Veranstaltungen gemeinsam von der Volkshochschule Weiden, Pro Libris und dem Aktionsbündnis "Weiden ist bunt".

Weitere Infos und Kontakt finden Sie unter: www.matthias-kloesel.de / This e-mail address is being protected from spambots. You need JavaScript enabled to view it.