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Mascha-Kalèko-Abend im Augustinus-Gymnasium

 

 

 

 

 Gedichte einer Heimatlosen

Das Lieblingswort ihrer Kindheit war "Nein!". Dass sie als junge Büroangestellte abends noch Gedichte schrieb, "fehlte dem Vater gerade noch." Mascha Kalèko (1907 bis 1975) erlebte als eine der bedeutendsten Poetinnen der Neuen Sachlichkeit die Schrecken des 20. Jahrhunderts. Als jüdische Autorin in Berlin litt sie unter der Nazi-Diktatur: Ihr "Lyrisches Stenogrammheft", das im Januar 1933 im Rowohlt Verlag erschien, wurde im darauffolgenden Mai bei der Bücherverbrennung ins Feuer geworfen. Mascha Kalèko konnte ihr Leben durch die Flucht retten und emigirierte mit ihrer Familie in die USA, später lebte sie in Europa und Israel. 

An die große Poetin erinnerte am 28. Februar 2012 in der Mensa des Augustinus-Gymnasiums eine große Schauspielerin: Paula Quast stellte mit dem kreativen Musiker Henry Altmann (Cello, Gesang, Metallophon, Rassel, Harmonika) mit höchster Rezitationskunst die sozialkritischen, scharfsinnigen und humorvollen Poeme der fast Vergessenen vor. Nicht nur das Berlin der Weimarer Republik wurde deutlich, sondern auch augenzwinkernde zeitlose Beobachtungen über die Ehe("Der nächste Morgen") und das Verhältnis der Geschlechter ("Ich und Du") gehörten zum biografisch angelegten Programm "...sie sprechen von mir nur leise".

Schon am Vormittag des Veranstaltungstages hatten die Schülerinnen und Schüler der Q 12 die Darbietung des poetischen Programms hoch konzentriert verfolgt und anschließend eine lebhafte Fragerunde eröffnet. 

Organisiert wurde der gut besuchte Abend vom Stadtjugendring, dem Aktionsbündnis "Weiden ist bunt" und dem Augustinus-Gymnasium aufgrund einer Anregung des Lehrers und Stadtrats Roland Richter. Gefördert wurde die Veranstaltung vom Bundesprogramm "TOLERANZ FÖRDERN - KOMPETENZ STÄRKEN" und der Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit Weiden.