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Elly-Schülerinnen als Jungforscherinnen

 

 

 

Vorurteile sind nicht angeboren

Die beiden 17-jährigen Schülerinnen des Weidener Mädchen-Gymnasiums haben einen besonderen Titel. Theresa Wittmann (links) und Sophie Salfetter gehören zu den nur 25 „Anne-Frank-Botschafterinnen“, die es in der Bundesrepublik gibt.

Begonnen hatte alles vor einem Jahr. Für die „Anne-Frank-Ausstellung“ im Weidener Rathaus ließen sie sich zu „Peer Guides“ ausbilden, d. h. sie durften interessierte Schüler- und Schülerinnengruppen der umliegenden Schulen durch die Ausstellung führen. Das hatten sie wohl mit erkennbar viel Engagement und Kompetenz gemacht. Denn die Initiatoren der Ausstellung vom Anne-Frank-Zentrum in Berlin wurden auf die beiden Mädchen aufmerksam , luden sie nach Berlin ein und bildeten sie weiter aus. Um sich „Anne-Frank-Botschafterinnen“ nennen zu dürfen, mussten sie ein besonderes Projekt in ihrer Region konzipieren und durchführen.

Dieses Projekt präsentierten sie jetzt im Elly-Heuss-Gymnasium vor Mitschülerinnen und einer Reihe von Gästen, darunter auch Vertretern des Stadtrats. Als Projektthema war ihnen „Vorurteile und Diskriminierung“ wichtig. In einer kleinen Feldforschung befragten sie im Lauf der letzten Monate Grund- und Mittelschüler aus der Region.

Die Ergebnisse waren hoch interessant: Vorurteile gegenüber Menschen mit Migrationshintergrund sind im Grundschulalter noch nicht festgelegt. Den Kindern ist es egal, ob ein Spielkamerad schwarz oder weiß ist. Was für die Kinder allerdings durchaus von Bedeutung ist: Mädchen im Grundschulalter wollen lieber mit Mädchen spielen, und Jungs lieber mit gleichaltrigen Jungs. Die älteren Schüler reagieren jedoch schon anders: Vorurteile scheinen sich bei Einstellungen und im Verhalten einzunisten. Und das obwohl sich die Jugendlichen durchaus darüber im Klaren sind, dass es sich um Vorurteile handelt und dies nicht in Ordnung ist.

Das Resümee der jungen Forscherinnen: Vorurteile sind nicht angeboren, aber der Einfluss der Familie bei ihrer Entstehung und Entwicklung spielt eine erhebliche Rolle.

Abschließend bedankten sich die Schülerinnen für die breite Unterstützung, vor allem bei den beteiligten Schulen und den anwesenden Vertretern des lokalen Aktionsplans „Toleranz fördern - Kompetenzen stärken“, unter ihnen der Integrationsbeauftragte der Stadt Weiden Thomas Hentschel. Einen extra Dank zollten sie der sie betreuenden Lehrkraft Sabine Hoffmann.